Kriegsteilnehmer gesucht

 

Moin, moin, liebe Leserinnen und Leser.         -

 

Sind Namen nur Schall und Rauch? Unser Name ist uns eine Verpflichtung, mit ihm identifizieren wir uns. Weder Vornamen noch Nachnamen können wir selbst wählen, sie gehören seit der Geburt zu uns. Erst mit der Verheiratung kann eine Veränderung erfolgen, entweder wird es der Name des Partners/der Partnerin oder beide Namen trägt man fortan.

In einem komplizierten amtlichen Verfahren mit viel Geldaufwand und besonderem Hinter­grund kann ein Mensch seine Identität ändern. Schon das Kleinkind lernt auf die Frage: „Wie heißt du?" seinen Namen nennen, noch bevor es „ich" sagen kann. Einerseits teilen Menschen bereitwillig ihre Visitenkarte aus, andererseits halten sie sich sehr bedeckt.

Mit „Hallo" meldet sich mein Gesprächsteilnehmer am anderen Ende der Telefonleitung. Doch wer ist Hallo? Oder ich erfahre nur den Vorna­men, weil ich den Anschluss einer Wohn­gemeinschaft angewählt habe. Gelegent­lich höre ich auch nur die Rückmeldung: „Hier ist der Anrufbeantworter des Anschlusses...", dann folgt die von mir angewählte Rufnummer. Gelegentlich meldet sich aber auch eine freundliche, meist junge Stimme, nennt die Firma und den eigenen Vor- und Nachnamen.

Sehr kundenfreundlich, scheint mir. Ja, so ist das mit den Namen. Und wenn dann auch noch Herr Grün Maler ist oder Herr Friedens­reich den Schlachterberuf ausübt, Frau Pfennig in einer Bank arbeitet, sollte man nicht weiter über den Namen nachden­ken.

Auch in manchem Krankenhaus betreut nicht mehr Schwester Ilse die Patienten, sondern Frau Meyermüller. Selbst der Pfleger, bis dahin nie Bruder Kurt genannt, trägt dort seinen Nachnamen auf dem Ansteckschild. Dagegen geben Tanja oder Jana sogar öffentlich in der Zeitung ihre Oberweite und ihre äußerst private Vorliebe für sexuelle Spielchen preis.

Manches ist eben geheim, anderes wird kundgetan. Firmen mit einer fast unerklärlichen Buchstabenfolge als Namen bedürfen des Insiderwissens, dagegen erscheint unter „Amtliche Bekanntmachung" sogar neben dem Namen auch das Geburtsdatum einer Führungskraft. Manches Brautpaar lässt in der Hochzeitsanzeige nicht erkennen, unter welchem späteren Namen es die schriftlichen Glückwünsche entgegen nimmt. Aber auch Geburtsanzeigen geben uns Rätsel auf, wenn der Leser aus dem Namen des Kindes nicht auf das Geschlecht schließen kann und der Kontext es nicht preisgibt.

Selbst bei Todesanzeigen muss der Name gelegentlich klar gestellt werden, wenn der Friedrich seinen Namen nie mochte, erscheint zum Namen der Zusatz „genannt Erwin". An die beiden Findelkinder Paul und Pauline, von denen wir in den Sommermonaten in der Zeitung lasen, erinnern wir uns wohl alle. Mit großem Mitgefühl, aber auch Empörung nahmen wir an ihrem Eintritt in unsere Welt teil. Paul, der jetzt mit Sicherheit einen anderen Namen führt, weiß wenigstens sein Geburtsdatum und den Ort, während Pauline weder Mutter, noch Vater, noch den Tag oder Ort ihrer Geburt exakt kennen wird.

In welch aussichtloser Lage mögen sich die leiblichen Mütter befunden haben, frage ich mich. Irgendwann werden diese beiden Kinder einmal Fragen stellen nach dem Woher. Dann erfahren sie, dass ihnen ihre Mütter nicht einmal einen Vornamen mit auf den Lebensweg gaben. Während in traditionsbewussten Familien ein neuge­borener Knirps den Namen des Vaters oder Großvaters bekommt, muss sich manch kleiner Adeliger mit einer langen Aufzählung geschichtsträchtiger, ernst­hafter Vornamen aus der Ahnenreihe be­hängen und lernt sie schätzen.

In der Taufe gilt die Zusage Gottes: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen...", ob er nun aus einer Silbe oder einer langen Ansammlung besteht.

Aber auch Haustiere, die oftmals an Stelle eines lieben Menschen leben, tragen ei­nen Namen. Der Lieblingshund Kurt­ Rüdiger oder die Katze Mariechen hören meist auch auf ihren Namen.

Im Zucht­register tragen Pferd und Kuh ebenfalls menschliche Namen. Sie sind alle Ge­schöpfe Gottes, von ihnen heißt es am Schluss des alttestamentlichen Buches Jona: „Sollten Gott nicht auch die vielen Tiere jammern, wenn sie untergehen?" Gelegentlich wird auch um die Schreib­weise alter Namen gerungen, es kann bis zum Gerichtsentscheid gehen. Abson­derliche oder belastende Namen werden wohl zu Recht verweigert. Vor einigen Wochen lasen wir von dem Kampf eines Vaters mit dem beurkundenden Standes­amt, ob Tade oder Thade als Eintrag ins Geburtsregister gilt.

In einer Nordwest­ Zeitung -Serie lasen wir über Namensvetter berühmter oder prominenter Persönlichkeiten in unserer Region. „Ich bin ich", sagte eine Frau auf ihre berühmte Namensschwester angesprochen. So ist es auch wohl. Dagegen rollt der ICE mit dem Namen „Oldenburg", vom Oldenburger Oberbürgermeister Dietmar Schütz, der einmal ein Wardenburger Junge war, mit Sekt getauft durch ganz Deutschland. Man sollte der Bahn den Vorschlag machen, allen Oldenburgern in diesem ICE eine Vergünstigung zu gewähren. Dagegen kann ich ab sofort keine Butter mit dem vertrauten Namenszug „Oldenburger Butter" in den Regalen der Geschäfte finden. Dort liegt sie jetzt unter dem neutralen Namen Miilram, auch wenn der Grundstoff Milch zur Buttergewinnung auf den guten heimischen Weiden erzeugt wurde. Zum Einkauf von „Oldenburger Butter" müsste ich schon ins Ausland reisen, nach Russland, Griechenland, Spanien oder sonst wohin. Wo bleibt der Lokalpatriotismus, unsere Verbundenheit zur Heimat? Fast jeder Däne lässt den Danebrog lustig im Wind flattern, sieht man hier eine Fahnenstange mit schwarz-rot-goldner Flagge?
Ferrarisymbol oder die Vereinsfahne für Borussia Mönchen-Gladbach wagen wir höchstens zu hissen. Im Zuge der Globalisierung und als Bewohner Europas werden wir uns wohl, schneller als uns lieb ist, an Namen wie Garvin, Charlyn oder Luis gewöhnen, schließlich können nicht alle Hans, Karl oder Lena heißen.

 

 

 

Gerda Bösch

 

Kriegsteilnehmer gesucht

Hans-Günther Wellmann aus Norrköping, Schweden, früher wohnhaft in Huntlosen, Bruder des verstorbenen Rektors Gernot Wollmann aus Sandkrug, entdeckte bei der Durchsicht alter Kriegsbilder einen Panzermann, der aus Wardenburg stammt.

Die Aufnahme, die leider sehr schlecht ist, und deshalb von der Qualität her nicht verwendet werden konnte, wur­de im Februar 1945 am Rande des Flug­hafens Güterfelde, südlich Berlin, ge­macht, als sich dort eine Armada deut­scher Panzer zum Gegenangriff bereit stellte.

Wellmann gehörte damals zur Luftkriegsschule Berlin-Gatow Nr. 2 und gab dem Panzermann Benzin.

Fast alle fielen bei dem Angriff. Hans-Günther Wellmann fragt, ob alte Wardenburger An­gaben über den Panzermann machen kön­nen. Vielleicht lebt er selber noch.

Ein Heinz Gerdes soll auch dabei gewesen sein. Wer dazu etwas sagen kann, möge sich mit der Redaktion in Verbindung setzen.

Werner Cordes

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